Wie du den richtigen Namen für dein Unternehmen oder dein Produkt findest!

Tipps, Tricks und wichtige Hinweise:

Auf dem Weg zum eigenen Business begegnet man gleich zu Beginn einer großen Herausforderung, und zwar der Namensfindung / Namensgebung für dein Unternehmen oder Produkt.

Heute möchte ich Dir dabei ein wenig unter die Arme greifen und Dir den Start erleichtern!

Relevanz:

Der Name deines Unternehmens oder deines Produktes dient nicht nur zur Identifizierung, sondern stellt zugleich eines der wichtigsten Marketinginstrumente dar. Daher ist diesem Thema große Aufmerksamkeit zu schenken, um dir den Weg zum Erfolg zu ebnen. Eine falsche Entscheidung kann oftmals eine große Erfolgsbarriere darstellen und sogar immense Kosten verursachen.


Anforderungen an einen Namen:

Der Name Deines Unternehmens oder deines Produktes sollte im Optimalfall gewisse Kriterien erfüllen können. Nicht alle Kriterien sind bindend, jedoch erweisen Sie sich grundsätzlich als besonders hilfreich und vorteilhaft.

 

1) Konkurrenzanalyse:

Zu Beginn jeder Unternehmensaktivität solltest du grundsätzlich dein Konkurrenzfeld analysieren. Bei der Namensgebung ist dies eine Selbstverständlichkeit, die oftmals von unerfahrenen Unternehmern missachtet wird.

2) Einprägsamkeit - Erinnerungsfunktion:

Der Name deines Unternehmens oder deines Produktes gilt als Aushängeschild und prägt maßgeblich den ersten Eindruck deines Unternehmens. Der Name sollte nicht allzu komplex sein und jeder sollte sich leicht an den Namen erinnern können.

3) Einzigartigkeit:

Der Name sollte sich in seiner Eigenart von anderen abheben und aus der Masse hervorstechen können. Ein einzigartiger Name zeigt dem Kunden bereits, dass du kreativ sein kannst.

4) Zeitlosigkeit:

Du solltest dich nicht an Trendbegriffen orientieren, welche früher oder später in Vergessenheit geraten könnten. Wenn Du dich langfristig auf dem Markt etablieren möchtest, musst du einen Namen wählen, der auch in 30 Jahren noch passend sein wird.

5) Aussprechbarkeit & Sprachenvielfalt

Vermeide unbekannte Begriffe und Sprachen, die nicht jeder beherrscht. Wenn der Name nicht aussprechbar ist, wird es schwer fallen, ihn sich zu merken. Zudem solltest du unbedingt darauf achten, dass der Name keine nachteilige Bedeutung auf einer anderen Sprache hat. [Bsp: Mitsubishi Pajero - ("Pajero" gilt als besonders schwere Beleidigung in Südamerika.)].

6) Flexibilität für neue Produkte / Dienstleistungen / Geographie

Der Name sollte möglichst viel Flexibilität und Spielraum für Entwicklung bieten. Viele Unternehmer begrenzen sich durch einen bestimmten Unternehmensnamen auf wenige Produkte, Dienstleistungen oder geografische Räume. Jede Branche unterliegt einer dynamischen Entwicklung, daher solltest Du dir selbst keine Barrieren setzen! Schließlich kannst du nicht wissen, wie es um dein Unternehmen oder Produkt in 30 Jahren stehen wird.

7) Sinn & Simplizität

Begrenze den Namen auf ein mögliches Minimum. Unnötig komplizierte und lange Namen kann sich niemand merken. Zudem sollte dein Name bestenfalls einen ersten Hinweis auf deine Geschäftstätigkeit bieten. (Dies gilt insbesondere für Kleinunternehmer mit geringem Startkapital und geringem Marketing-Budget).

Auch hier gibt es natürlich erfolgreiche Ausnahmen (Apple Inc., ABUS KG, Robert Bosch GmbH, usw.)

8) Suchmaschinen & Social Media

Wenn du einige Ideen für einen potentiellen Namen gesammelt hast, so musst du zwingend überprüfen, wie die Suchmaschinen auf diese Namen reagieren. Es darf keine Domain unter diesem Namen existieren (bestenfalls auch keine ähnliche). Zudem sollten möglichst wenige Suchergebnisse erscheinen, was dir den Einstieg in die Welt des Internets mit deinem Business erleichtern wird. Ein Onlineauftritt ist heutzutage unentbehrlich.


Grenzen und Stolperfallen:

1) Urheberrecht:

Du musst unbedingt sicherstellen, dass Du mit einem Namen nicht auf rechtliche Hindernisse stößt! Urheberrecht, Markenrecht (MarkenG) und Namensrecht (§ 12 BGB) sind zwingend zu überprüfen!!!

Suche hierzu im Internet, im Handelsregister und im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts. Ein Verstoß gegen eines der genannten Rechte kann dich hohe Geldsummen und einen Imageschaden kosten!

Hier solltest Du keine Kosten scheuen und die Hilfe eines Experten in Anspruch nehmen.

2) Irreführungsverbot:

Das deutsche Handelsrecht verbietet gem. § 18 Abs. 2 HGB irreführende Begriffe bei der Namensgebung eines Unternehmens. Dies kann beispielsweise die Größe oder die Natur der Organisation betreffen.

Die besten Beispiele sind Begriffe wie “Institut” oder “International”, welche dazu geeignet sind, den Verbraucher in die Irre zu führen. Hier ist besondere Vorsicht geboten!

3) Rechtsform - Besonderheiten

Die gesetzlichen Normen und Grenzen unterscheiden sich nochmals je nach Rechtsform eines jeweiligen Unternehmens. Diese betreffen nicht nur die Namensgebung, sondern auch den Auftritt des Unternehmens bzw. des Unternehmers in der Öffentlichkeit und im Geschäftsverkehr (Bspw. bei der Geschäftsausstattung).


Umsetzung:

Hast du diese Punkte befolgt, so sind nun die ersten Hürden bewältigt. Du stehst nun vor dem Markteintritt. Auch hier gilt es einige Besonderheiten zu beachten.

1) Testphase

Es bietet sich immer an, die Reaktionen auf einen Namen bei potentiellen Kunden oder bei Personen im Bekanntenkreis zu testen, die nur wenig über dein geplantes Unternehmen wissen. So kannst du feststellen, ob der Name die wichtigsten Kriterien erfüllt.

2) Domain registrieren

Hast Du dich für einen Namen entschlossen, so solltest du eine Domain registrieren, dessen Wortlaut exakt dem gewählten Namen entspricht. Hier solltest du dir nicht allzu viel Zeit lassen, da jeden Moment jemand anderes deine Wunschdomain belegen könnte. Wähle eine Domainendung, die deiner Region entspricht (“.de” für Deutschland) oder “.com” (Internationale Top Level Domain). Endungen wie “.info” solltest du vermeiden!

3) Marke eintragen (Wort und Bildmarke) - DE, EU, International

Wenn Du deinen Namen schützen möchtest, so kannst du dies tun, indem du eine Wortmarke, eine Bildmarke (Logo) und / oder eine Wortbildmarke (Logo + Name) im Markenregister eintragen lässt. Hierbei unterscheidet man zwischen nationalem, supranationalem und internationalem Markenschutz. Auch hier gibt es eine Menge zu beachten, sodass ein Expertenrat unerlässlich ist.

Ein passendes Logo solltest du ebenfalls von einem professionellen Dienstleister erstellen lassen.


Fazit:

Bei der Namensfindung darfst Du keine voreiligen Schlüsse ziehen und solltest alle genannten Punkte gut beachten.

Auch solltest du keine Kosten für die Hilfe eines Experten scheuen. Dies ist eine gute Investition, die dir hilft, unnötige Kosten in der Zukunft zu vermeiden. Auch hierbei ist Vorsicht geboten, da viele “Semispezialisten” in der Branche tätig sind!